Chart-Analyse: RSI, MACD und Moving Averages

Was ist Chart-Analyse?

Chart-Analyse (technische Analyse) wertet historische Kursdaten und Handelsvolumen aus, um Kauf- oder Verkaufssignale zu identifizieren. Im Gegensatz zur Fundamentalanalyse spielt der Unternehmenswert keine Rolle — entscheidend ist das Kursverhalten selbst.


Die 4 Indikatoren im Überblick

RSI — Relative Strength Index

Der RSI misst, ob eine Aktie überkauft oder überverkauft ist, auf einer Skala von 0–100.

RSI-Wert Interpretation Signal
> 70 Überkauft Mögliches Short-Signal
30–70 Neutral Kein klares Signal
< 30 Überverkauft Mögliches Long-Signal

MACD — Moving Average Convergence Divergence

Der MACD zeigt Trendstärke und -richtung durch den Vergleich zweier gleitender Durchschnitte (12- und 26-Tage-EMA).

  • MACD-Linie kreuzt Signal-Linie von unten: Bullisches Crossover → Long-Signal
  • MACD-Linie kreuzt Signal-Linie von oben: Bearisches Crossover → Short-Signal
  • Histogramm wächst: Trend verstärkt sich

Moving Averages — Gleitende Durchschnitte

Gleitende Durchschnitte (SMA/EMA) glätten Kursrauschen und zeigen den übergeordneten Trend.

Konstellation Interpretation
Kurs > 50-Tage-MA > 200-Tage-MA Starker Aufwärtstrend
50-Tage-MA kreuzt 200-Tage-MA aufwärts Golden Cross — bullisches Langzeitsignal
50-Tage-MA kreuzt 200-Tage-MA abwärts Death Cross — bearisches Langzeitsignal
Kurs < 50-Tage-MA Kurzfristiger Abwärtstrend

Volumen

Volumen bestätigt oder widerlegt Kursbewegungen.

  • Preisanstieg + hohes Volumen = Starkes bullisches Signal
  • Preisanstieg + niedriges Volumen = Schwaches Signal (potenzielle Falle)
  • Preisrückgang + hohes Volumen = Starkes bearisches Signal

Wie 360° Chart-Signale berechnet

Jeder der 4 Indikatoren gibt ein Long (+1), Neutral (0) oder Short (−1) Signal. Der Gesamt-Chart-Score ist das gewichtete Mittel:

Chart-Score = (RSI × 0.25) + (MACD × 0.30) + (MA × 0.30) + (Volumen × 0.15)
Score > 0.2  → Long
Score < -0.2 → Short
Sonst        → Neutral

Grenzen der Chart-Analyse

  • Technische Signale funktionieren am besten in trendfolgenden Märkten — in Seitwärtsphasen entstehen häufig Fehlsignale
  • Keine Aussage über warum sich ein Kurs bewegt — nur über wie
  • Kurzfristige Chart-Signale können durch Nachrichten oder Makroereignisse sofort entwerten

Deshalb kombiniert 360° Chart-Signale mit 7 weiteren Methoden, darunter Fundamentals, Marktregime und News-Sentiment.


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